Mo, 15.03.2010 | 05:00 Uhr
Derk Ehlert ist Wildtierbeauftragter des Berliner Senats und kennt die Lebensräume von Wildtieren in der Großstadt genau.
Umwelt
Wild in Berlin
Er kennt die Vornamen von allen Tieren in Berlin. Er führt die Wildschweine über die Straße. Man nennt ihn den Dr. Doolittle von radioBERLIN 88,8.
Gemeinsam mit Derk Ehlert, dem Wildtierbeauftragten des Berliner Senats, begibt sich radioBERLIN 88,8-Reporterin Miriam Keuter auf "Großstadtsafari" und versucht herauszufinden, welche wilden Tiere sich in der Stadt niedergelassen haben.
Seit einigen Jahren kommt es in Berlin mit seinem umfangreichen Waldbestand vermehrt zum Auftreten von Wildtieren in unserer unmittelbaren häuslichen Umgebung. Besonders Wildschweine und Füchse haben sich in den letzten Jahren trotz intensiver Bejagung offenbar stark vermehrt.
Auch die Population von Mardern und Wildkaninchen hat zugenommen. Ursache dafür sind hauptsächlich das in den vergangenen Jahren sehr gute Nahrungsangebot und die milden Winter.
Die Tiere folgen bei der Suche nach Nahrung ihrem natürlichen Instinkt. Da sie zum Beispiel auf gepflegten Beeten und Rasenflächen, in Komposthaufen oder Mülltonnen sowie durch Fütterungen meistens schmackhaftere Nahrung finden als im Wald, sind sie zunehmend auch ausserhalb ihres angestammten Lebensraumes anzutreffen.
Sie haben gelernt, dass ihnen in der Stadt wenig Gefahr droht und daher die Scheu vor dem Menschen weitgehend verloren.
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Der Biber
Er kann bis zu 50 Meter tief tauchen, ist der Baumeister unter den Tieren und hält sich gerne in den Gräben der Zitadelle Spandau auf.
Die Blaumeise
Wer glaubt, dass die Blaumeise ein treuer Vogel ist, der irrt. Über 50 Prozent der Jungvögel sind unehelicher Geburt. Das haben Schwangerschaftstests bei Blaumeisen ergeben.
Der Eichelhäher
Der Polizist des Waldes wird er genannt. Mit seiner markanten Stimme warnt er andere Tiere vor ungebetenen Gästen.
Die Erdkröte
Sie macht Geräusche, die ihrem wissenschaftlichem Namen ähneln: bufo bufo. Mehr zur Erdkröte hören Sie hier.
Der Siebenschläfer
Warum der Siebenschläfer seinen Namen zu unrecht trägt und wie lange er wirklich auf der faulen Haut liegt, erfahren Sie hier.
Kaninchen in Tegel
Auf der Driving-Range Golfanlage in Tegel läßt es sich nicht nur perfekt golfen, sondern auch furchtlose Kanninchen beobachten.
Der Wanderfalke
Zwischen Rotem Rathaus und Alexanderplatz hat sich der Wanderfalke eingenistet. Die hohen Gebäude sind ein idealer Platz für den Vogel.
Der Waschbär
Parkhäuser, Dachböden, ja selbst in teuren Hotels ist er schon zu Hause. Waschbär "Alex" lebt seit 1,5 Jahren im Hotel Inn. Dabei hat er sein Revier auf 6 Etagen des Parkhauses ausgedehnt.
Der Habicht
Derzeit gibt es ca. 80 Habicht-Paare in der Stadt. Habichtdame Luise lebt im süd-östlichen Teil des Luisengartens und macht dort oder auch am Bahnhof Zoo Jagd auf Kaninchen oder Tauben.
Der Kranich
Kraniche sind wahre Langstreckenflieger. Bis nach Spanien kann ihr Flug gehen. Dafür brauchen sie natürlich ordentlich Nahrung, die sie in Berlin ausreichend finden.